Vorsorge fürs Alter ist kein Hexenwerk

Die Menschen werden weltweit immer älter. Ein heute in Deutschland geborenes Mädchen wird laut Statistik im Schnitt bereits 82,7 Jahre alt. Doch selbst Menschen mittleren Alters erfreuen sich immer größerer Lebenserwartungen. Ein heute 40- jähriger Mann darf sich im Schnitt noch auf knapp 39 weitere Lebensjahre freuen. Das hängt einerseits an der heutigen Lebensweise, andererseits aber vor allem an den Segnungen der modernen Medizin.
Doch während dort die Fortschritte von Monat zu Monat messbar sind, gilt in Sachen Rente noch immer die gleiche Formel, egal ob ein Leben als Rentner 10, 15 oder 20 Jahre anhält: Entweder das Geld kommt aus der Umverteilung zwischen den Generationen wie in der gesetzlichen Rente vorgesehen, oder jeder einzelne spart während seines Erwerbslebens Geld für die eigene Rente an.

Angesichts zahlreicher Fördermöglichkeiten durch den Staat ist vor allem letzteres immer interessanter geworden. Insofern ist also Eigeninitiative angesagt. Schließlich will niemand im Alter mit einer kleinen Rente zurechtkommen müssen.

Drei Schichten für eine lebenswerte Rente

Viele Jahrzehnte war die Altersversorgung in Deutschland allein auf die gesetzliche Rente ausgerichtet. Erst zu Beginn des neuen Jahrtausends fanden die demografischen Probleme aus längerer Lebenserwartung und niedrigen Geburtenraten Einzug in die öffentliche Diskussion. Am Ende wurde seitens des Staates das 3- Schichten- Modell entwickelt und mit dem Alterseinkünftegesetz 2005 Gesetz.
Die erste Schicht soll dabei die Grundversorgung sicherstellen. Dies besteht für die Arbeitnehmer im Grundsatz aus der Gesetzlichen Rentenversicherung bzw. für Beamte aus deren Pensionsversorgung. Neben den berufsständischen Versorgungswerken wurde zudem für Selbständige die Rürup- Rente geschaffen.
Die zweite Schicht umfasst staatlich geförderte Ergänzungen der individuellen Vorsorge. Damit ist neben den Angeboten der betrieblichen Altersversorgung auch die hinlänglich bekannte Riester- Rente in all ihren Facetten gemeint.
Unter die dritte Schicht fallen schließlich private Kapital- und Rentenversicherungen, sonstige Kapitalanlagen, Immobilienbesitz und Wertpapierdepots. Alles Geldanlagen, die im Alter zusätzlich zur Verfügung stehen.

Staatliche Förderung muss sein

Um seine private Rentensituation im Alter aufzubessern, muss in der zweiten und dritten Schicht gearbeitet werden. Da in der dritten Schicht dank der individuellen Möglichkeiten viel Flexibilität vorherrscht, findet dort keine staatliche Förderung statt. Vom Staat bezuschusst oder steuerlich gefördert werden nur Produkte aus der zweiten Schicht der Altersvorsorge.

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) ist inzwischen nicht mehr nur eine freiwillige Arbeitgeberleistung. Heute können Arbeitnehmer von ihrem Chef eine bAV verlangen, wenn sie bereit sind, dafür auf einen Teil ihres Gehalts zu verzichten. Diese Möglichkeit nennt sich Entgeltumwandlung. Dabei werden die bAV- Beiträge vom Bruttogehalt abgezogen, so dass es Einspareffekte bei Steuern und Sozialabgaben gibt.

Das zweite Kernelement der zweiten Schicht ist die Riester- Rente. Die staatliche Förderung besteht hierbei in Zulagen und zusätzlichen Steuervorteilen. Jeder Erwachsene Riester- Kunde erhält 154 € Grundzulage im Jahr, sofern er mindestens vier Prozent seines sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens investiert hat – abzüglich der staatlichen Zulagen wohlgemerkt. Zudem gibt es für jedes Kind weitere Zulagen. Je nach Gesamthöhe des Beitrags ergeben sich zusätzliche Steuervorteile.

Mit freundlichem Gruß aus Karlsruhe

Fabian Brenner